Das Profil zeigt, wie das Individuum mit Meinungsbildung, Erkenntnis und Erinnerung umgeht und welcher Charakter sich dadurch herausbildet.

Es bildet ein zentrale Aussage in einem Reading, die viele Missverständnisse im sozialen Miteinander aufklärt. Hierbei möchte ich den Aufbau des klassichen I-Ching Hexagramms erläutern. Es besteht aus 6 Linien, die in aufsteigender Form gelesen werden.

 

Hexagrammstruktur

lin

 

Alle 64 Hexagramme, die im I-Ching und im HDS vorkommen, werden jeweils in 6 Linien unterteilt. Je nach astrologischer Stellung der Planeten wird eine der 6 Linien des Hexagramms besetzt. Dies wird durch die hochgestellten Zahlen der Positionen der bewussten und unbewussten Sonne und Erde in den Tabellen in der („Körpergrafik“ bzw. „Chart“)HDS-Körpergrafik angezeigt.

 

Das Profil

Da die Geometrie der beiden Sonne-Erde-Achsen ein leicht verschobenes Kreuz bilden, ergeben sich 12 mögliche Kombinationen von Sonne/Erde-Linien, die 12 Profile.

Die Profile haben einen großen Einfluss auf die Charakterbildung des Menschen, weil sie die Art definieren, wie mit dem vorbestimmten und unbeeinflussbaren Thema des Inkarnationskreuzes im konkret erfahrbaren Alltag umgegangen wird.

Jedes Profil besteht aus zwei Linien und je nach Linie wechselt der Charakter des Menschen stufenweise von der personalen Orientierung auf sich selbst (1. bis 3. Linie) zur fixierten Unterscheidung zwischen dem „Ich“ und dem „Ihr“ (4. Linie) zur transpersonalen Hinwendung zu anderen Menschen (5. Linie) und schließlich zur losgelösten Abgehobenheit (6. Linie). Die 6. Linie ist dann die Vorbereitung für das nächste Hexagramm, das wieder mit der 1. Linie beginnt.

Die 12 Profile schrauben sich die wie eine gewundene Schlange durch die 64 Hexagramme des Human Design Mandala:

Mandala

profil

Das obige Beispiel zeigt ein 3/6 Profil. Die Persönlichkeitsseite (rechts) wird zuerst gelesen, dann die rote Design-Seite. Jeder Mensch hat also einen anderen unbewussten Charakter als er oder sie von sich bewusst glaubt.

 

Die 12 Profile

Personale Profile
2/3 der Menschheit haben eine sog. persönliche Bestimmung, d.h., dass das Leben diese Menschen ganz persönlich betrifft. Deren Charakter dreht sich vor allem um sie persönlich und darum, wie andere auf diese einwirken.

1/3
Experimentierender
Forscher
Der Forscher, der bei aller Innenschau auf unverhoffte Veränderungen im Innen und Außen treffen kann. Eigenes erarbeitetes Wissen und Erkenntnis schaffen persönliche Sicherheit und erleichtern die Überwindung tiefer Ängste und Unsicherheiten. Dies wird in einem Prozess von Versuch und Irrtum nach außen getragen.
1/4
Beeinflussender
Forscher
Ein Mensch, der gründlich erforscht und andere beeinflussen kann. Jeder Aspekt der Selbsterkenntnis wird von diesen Menschen unbewusst nach außen getragen. Daher brauchen sie sehr stabile Freundschaften.
2/4
Beeinflussender
Eremit
Der zurückgezogene Mensch, der andere missionieren kann. Wenn jemand eine 2/4 erreicht, dann jemand aus dem sozialen Umfeld – das Errichten und Erhalten eines feinen sozialen Netzes ist ebenso wichtig wie eine fundierte Erziehung / Ausbildung. Von diesem Charakter wird oft zuviel erwartet und auf diese Erwartungshaltung gilt es vorbereitet zu sein. Menschen mit natürlicher sozialer Kompetenz, die ihnen aber nicht bewusst ist und daher ziehen sie sich oft zurück. Sie können einen plötzlich überraschen, wenn ihnen ihre Mission bewusst wird.

2/5
Ketzerischer
Eremit
Ein Mensch, von dem viel erwartet wird und so zieht er sich lieber zurück. Aber diese Erwartungshaltung macht ihn für die anderen so attraktiv, dass diese Ihnen besondere Fähigkeiten attestieren und Gelegenheiten anbieten. Menschen, die andere auf vielen Ebenen verführen und es meistens gar nicht bemerken.
3/5
Ketzerischer
Experimentierender
Ein Mensch, der durch Versuch und Irrtum praktische Lösungen bringen kann. Wahre Rebellen und wunderbare Problemlöser, die jedoch immer auf der Flucht vor etwas sind, solange sie ihre Versuche als Fehler einstufen.
3/6
Vorbildhafter
Experimentierender
Das potentielle Rollenvorbild, das aus seinen Versuchen und Fehlern lernt und dadurch andere mit persönlicher Erkenntnis und Weisheit zu Fortschritt und Entwicklung anleitet.
4/6
Vorbildhafter
Beeinflusser
Beobachter ihrer Umwelt, die ihre natürlichen sozialen Fähigkeiten dazu benutzen, entweder aus ihrer subjektiven Wahrnehmung heraus oder mittels objektiver Vorbildwirkung ihr Umfeld zu beeinflussen und zu belehren. Von diesen Menschen wird erwartet, dass sie hohen Ansprüchen eines potentiellen Rollenvorbildes genügen, der durch Kooperation mit anderen Menschen besonderes Charisma erhalten kann.

Juxtaposition-Profil
4/1
Forschender
Beeinflusser
Ein Mensch, der andere missionieren kann. Großartige Lehrer. Dieses Profil ist sehr selten und markiert den Übergang vom ICH zum IHR. Wenn diese ihren Standpunkt im Leben wirklich erkannt haben und stabil und sicher in sich ruhen, können sie enorm flexibel auf die Gelegenheiten eingehen, die ihnen das Leben bietet. Wenn sie allerdings wenig Vertrauen in sich selbst haben, dann ist Sturheit und Fixiertheit bis zur Halsstarrigkeit die Folge. Dann sind dies Personen, die ihr Wesen weder ändern können noch werden.

Transpersonales Profil
1/3 der Menschheit nimmt vor allem die anderen wahr und weniger sich selbst. Diese Menschen beobachten und fühlen sich mit den anderen auf wunderbare Weise verbunden – aber schauen sie auch auf sich selbst?

5/1
Forschender
Ketzer
Der Charakter einer attraktiven Projektionsfläche, die aber sich ihrer Grundlagen durch Innenschau sicher werden muss um den gestellten Erwartungen zu genügen. Es werden ihnen zwar viele Gelegenheiten geboten, aber es besteht die ständige Forderung nach konkreten praktischen Lösungen. Menschen, die in Zeiten der Krise praktische Lösungen bringen können mit tiefem Bedürfnis nach Zurückgezogenheit.
5/2
Zurückgezogener
Ketzer
Menschen, von denen enorm viel erwartet wird, die aber lieber in Ruhe gelassen werden möchten. Sie müssen sich selbst motivieren.
6/2
Zurückgezogenes
Vorbild
Diese Menschen wissen um die Utopie des absoluten Ideals und werden dadurch zu Außenseitern und Beobachtern. Der eigene Anspruch liegt darin, authentisches Rollenvorbild für andere zu werden. Dies ist ein dreistufiger Prozess: Versuch und Irrtum, objektive Reflexion, Erkenntnis der eigenen Authentizität.
6/3
Experimentierendes
Vorbild
Menschen, die durch Versuch und Irrtum zu einem lebendigen Rollenvorbild werden sollen. Sie sollten einen gesunden Sinn für Humor über sich selbst entwickeln. Sie schließen das Chaos in die Arme. Ihre Vorbildwirkung wird immer durch unvorhersehbare „Zufälle“ gefordert.